© 1992-2011  by JDKel • JDKe@t-online.de November 2001 30.11.2001 impressum CDU-Fraktion ratlos: Wer geht in welchen Ausschuss? Meuselwitz. Fehlstart für die neu formierte und vor allem jetzt auch kleinere Meuselwitzer CDU-Stadtratsfraktion. Die vier verbliebenen Christdemokraten, alle anderen bisherigen Fraktionsmitglieder wechselten in die "Pro-Meuselwitz"-Fraktion, konnten sich bisher nicht einigen, wer in Zukunft welchen Ausschuss-Sitz im Stadtrat übernimmt. Dies rief auf der Stadtratssitzung am Mittwochabend Bürgermeister Johannes Matuszewski (parteilos) auf den Plan. Nachdem der christdemokratische Fraktions-Chef Fred Reichel um mehr Zeit für die Ausschussbesetzung gebeten hatte - "wir sind doch schon fast in der Weihnachtspause" - konterte Matuszewski, wenn sich die CDU nicht entscheiden könne, sei die Arbeitsfähigkeit der Ausschüsse nicht mehr gewährleistet. "Bereits am 10. Dezember ist die nächste Hauptausschuss-Sitzung", erinnerte der Bürgermeister. Es gebe noch dringenden Diskussionsbedarf, monierte dagegen Fred Reichel. ZumBeispiel müsse auch die Neubesetzung von Aufsichtsratsposten bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft oder beimWAZ noch überdacht werden. Auch diese Argumente überzeugten das Stadtoberhaupt offensichtlich nicht. Er könne - um arbeitsfähige Ausschüsse zu gewährleisten, die Ausschuss-Sitze auch bis zu einer Entscheidung der CDU-Fraktion vorläufig besetzen. Gesagt, getan: Und so sitzen jetzt - vorläufig und zu ihrer nicht geringen Verblüffung - Fred Reichel im Hauptausschuss, Thomas Wyratz imBauausschuss sowie Heiko Eifrig und JoachimAssel im Kulturausschuss des Stadtrates. Bei wenigen Stimmenthaltungen wurde diese Besetzung dann auch so beschlossen. Schon vor der Sitzung hatte sich die neue "Pro-Meuselwitz-Fraktion" auf ihre Besetzung der Ausschuss-Sitze geeinigt. Ein Nachspiel hatte dann noch der offene Brief der Mitarbeiter der Stadtverwaltung an die PDS-Fraktion, in der diese aufgefordert wurde, sich für die "Diskreditierung der Arbeit der Stadtverwaltung" zu entschuldigen (OVZ berichtete). PDS-Fraktions-Chef PeterBergner betonte, dass es niemals in der Absicht der PDS gelegen habe, die Tätigkeit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu diskreditieren. "Dies haben wir in unserem offenen Brief auch nicht getan," sagte Bergner. "Daher hat die PDS-Fraktion nichts zurückzunehmen und sich auch nicht zu entschuldigen". Die PDS hatte in einem offenen Brief den Rücktritt von Bürgermeister Johannes Matuszewski gefordert. Auf diesen hatten Mitarbeiter der Verwaltung ebenfalls mit einem offenen Brief reagiert. Jürgen Hofmann