© 1992-2011  by JDKel • JDKe@t-online.de November 2001 28.11.2001. impressum CDU-Abtrünnige gründen eigene Fraktion im Meuselwitzer Stadtrat Meuselwitz. Wenn der Stadtrat heute zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammentritt, werden die 24 Stadträte mit einer völlig neuen Sitzordnung - und damit auch mit völlig neuen Mehrheitsverhältnissen konfrontiert. Die CDU, bislang stärkste Fraktion, ist in die letzte Reihe verbannt, neue stärkste Fraktion sind die Newcomer der frisch gegründeten Fraktion "Pro Meuselwitz". Deren Abgeordnete freilich sind nicht neu - sie kommen allesamt aus der bisherigen CDU-Fraktion. Der neue Fraktionschef Wilfried Homburg, Bürgermeister-Beigeordnete Barbara Golder, Bürgermeister-Gattin Rosmarie Matuszewski und Josef Storzer traten gleichzeitig aus der CDU aus, Karl Hermann, Roland Rieger, Gunter Gottschild und Gert Liers saßen bislang als Parteilose auf CDU-Ticket im Stadtrat, wechselten jedoch ebenfalls mit in die neue Fraktion hinüber. Die CDU verfügt nach diesem Aderlass nur noch über vier Stadträte und ist damit hinter "Pro Meuselwitz" (8), SPD (7) und PDS (5) die kleinste Fraktion. "In zunehmendem Maße mussten wir erkennen, dass unsere Positionen von der CDU-Fraktion nicht so, wie wir es für richtig hielten, vertreten wurden", heißt es in einer Erklärung der Abtrünnigen. Sie hätten ihr Mandat zwar auf der Liste der CDU, aber als Person bekommen und wollten deshalb diesen Wählerauftrag weiter erfüllen. Auch auf Nachfrage sprach der neue Fraktionschef nur vage von "bestimmten Themen", die man innerhalb der Fraktion nicht durchsetzen konnte. Das ist nun wohl anders: "Die CDU kann jetzt von jeder Fraktion überstimmt werden", meinte Homburg trocken. Man wolle jedoch keinen "Krieg" im Stadtrat, sondern "eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit", betonte Homburg. So müssen zwar die Ausschüsse neu besetzt werden, man erhebe aber keinen Anspruch auf einen Ausschuss-Vorsitz. Auch Bürgermeister Johannes Matuszewski, der mit seinem CDU-Austritt die Lawine ins Rollen brachte, betont seine Gelassenheit: "Ich brauche keine Regierungsmehrheit, es geht um Sachthemen." Auch aus der CDU-Kreistagsfraktion, der er ebenfalls angehört, will er nach seinem Parteiaustritt nicht ausscheiden. Günter Neumann